Geschichte

Herkunft:Lipica, Slowenien
Größe:1.55 m bis 1,58 m Stm.
Farbe:Überwiegend Schimmel, seltener Rappen und Braune
Gebäude:Geschlossener, Barocker Typ, breite Brust, genügend langer muskulöser Rücken, kräftige runde Kruppe, Relativ großer gestreckter Kopf mit kleinen Ohren, Ramsnase Rassetypisch, muskulöser nicht zu langer Hals mit betontem Aufsatz
Fundament:Kurz, kräftig und trocken; kleine, harte Hufe und korrekt geformte Hufe
Bewegung:Fleißig, energisch; Trab mit mehr oder weniger "Knieaktion" (vgl. Spanischer Tritt)
Eignung:Dressur, Fahrpferd, Freizeitpferd


"Stutenherde im kaiserlichen Lipizza" - Johann Georg von Hamilton (1672-1737)

Die einstigen "Kaiserschimmel" der Habsburger Monarchie haben ihren Ursprung als älteste Kulturpferderasse Europas mit konsequenter Gestütszucht in Lipica, heute Slowenien. Durch Einkreuzungen von importierten Spaniern, später auch von Neapolitanern und Arabern in die einheimischen Karstpferde entstand auf Initiative von Erzherzog Karl II um 1580 das "Pferd Karster Rasse Lipizzaner Zucht".

Bedingt durch die von Kriegen gezeichnete Geschichte verbreiteten sich die Lipizzaner auch in anderen osteuropäischen Ländern. So entstanden Gestüte in Rumänien (Simbata de Jos), Ungarn (Szilvasvarad), der heutigen Slowakei (Topolcianky), Kroatien (Dakovo), Jugoslawien (Militärgestüt Karadjordevo), Bosnien (Prnjavor) und Italien (Monterotondo). Die Zuchtstätte, in der die Lipizzaner für die Spanische Hofreitschule in Wien gezogen werden, ist seit 1920 das Gestüt Piber in der Steiermark (Österreich).

Aufgrund der verschiedenen Ansprüche, welche die so entstandenen Gestüte an das Pferd stellten, entwickelte sich ein nicht einheitlicher Typ des Lipizzaners: In Piber wird ein barockbetonter Lipizzaner gezogen; während Lipizza einen etwas größeren, modernen Reitpferdetyp züchtet. In Ungarn, Rumänien, der Slowakei, Jugoslawien, Bosnien und Kroatien bevorzugt man dagegen eher einen kalibrigen, größeren Fahrpferdetyp. Ungarische Fahrlipizzaner haben sich mittlerweile im int. Fahrsport etabliert. Der in der Fachliteratur beschriebene Typ des "Wirtschaftslipizzaners" (Landwirtschaft) wird in dieser Art heute nicht mehr gezüchtet.


Das kaiserliche Gestüt von Lipizza

Cerbero, brauner Schecke in der Kapriole 1737

Néput, Apfelschimmel im Galopp
Johann Georg von Hamilton (1672-1737)

Gitano, Spanischer Rappe in der Courbette
Johann Georg von Hamilton (1672-1737)

In Deutschland einigten sich viele Lipizzanerzüchter, die sich im Verband der Spezialpferderassen in Bayern zusammengeschlossen haben, auf einen Lipizzanertyp, welcher den Richtlinien der ILU (Internationale-Lipizzaner-Union) entspricht. Dieser Typ wird wie folgt definiert: Geschlossener, barocker Typ, breite Brust, genügend langer, muskulöser Rücken; runde Kruppe. Relativ großer, gestreckter, trockener Kopf mit kleinen Ohren; Ramsnase Rassetypisch; muskulöser, nicht zu langer Hals mit betontem Aufsatz. Die Bewegungen sollen fleißig, energisch und elastisch sein mit bester Schwungentfaltung und "Knieaktion" im Trabe. Die Schulterhöhe ist das Stockmaß von 1,55 m bis 1,58 m festgelegt worden.